"Telematik Programm für flexibles Lernen und Fernunterricht"
Abschlußbericht
Kurze Zusammenfassung

Dieser Bericht beschreibt die wichtigsten Ergebnisse, die in 30 Projekten, gemeinsamen Aktionen und Untersuchungen innerhalb des Telematics for Flexible and Distance Learning Programme - DELTA- (Telematik Programm für flexibles Lernen und Fernunterricht) erzielt wurden. Darüber hinaus wird der Zusammenhang zwischen dem Lernen und der zukünftigen Entwicklung in die Europäische Informationsgesellschaft hergestellt.

62 Millionen ECU Fördermittel bei 200 beteiligten Organisationen

Unter den mehr als 200 Organisationen aus 12 Mitgliedsstaaten und 5 EFTA Ländern, die an diesem Programm der europäischen Kommission teilnahmen, waren kleine und mittlere Betriebe zu über 30% vertreten. Jedes Projekt umfaßte Partner, assoziierte Partner, Sponsoren und Subunternehmer in mehreren europäischen Ländern. Die Europäische Kommission stellte für dieses Programm 62 Mil. Ecu zur Verfügung.

Dieses Programm fungierte als Katalysator für die europäische Kooperation der Pioniere auf dem Gebiet des flexiblen Lernens und des Fernunterrichts. Teilnehmer aus unterschiedlichen Organisationen und Fachdisziplinen waren daran beteiligt. Dieser Bericht beschreibt wir die wichtigsten Ergebnisse unter folgenden Heraus Forderungen:

*   einen besseren Zugang zu Lehrmitteln zu ermöglichen,

*   dem wachsenden Bedarf an kosteneffektiven Unterrichtslösungen zu entsprechen,

*   Qualität zu verbessern, Standards zu definieren, den Markt zu verstehen und zu stimulieren.

Besserer Zugang zu Lernmitteln

Mit Hilfe des Programms wurde der Grundstein für einen besseren Zugang zu Lernmitteln gelegt, denn es ermöglichte die Einrichtung diverser Netzwerke für bestimmte Gruppen von Lernenden. So wurde unter anderem ein europaweites Netzwerk installiert, das 15 bereits bestehende Ausbildungszentren miteinander verbindet und so kleinen und mittleren Unternehmen einen besseren Zugang zu Fernkursen ermöglicht. Auf der Grundlage des Konzepts für das Netzwerk einer virtuellen, europäischen, offenen Universität wurde ein europaweites, integriertes telematisches Netzwerk eingerichtet, das schon 1996 von mehr als 6000 zahlenden Studenten genutzt werden wird, die entweder zu Hause oder in ihrem örtlichen EuroStudienCenter arbeiten. Eine experimentelle Multimedia Teleschule wurde eingerichtet, in deren Rahmen 15 Fernlehrgänge durch telematische Systeme bereitgestellt wurden. Dort lernen in 60 europäischen Unternehmen und Institutionen bereits 1400 Lernende aus 12 Ländern mit Hilfe dieser Systeme. Viele Teile dieses Pilotprojektes werden derzeit kommerziell genutzt.

Erfolgreiche Pilotprojekte und Prototypen

Ein Ergebnis dieses Probelaufs waren positive Lernerfolge insbesondere da, wo Fernunterricht und persönliche Präsenz in Form von Seminaren und Arbeitsgruppen vor Ort miteinander kombiniert wurden. Zwar verstärkt diese Methode noch die vorhandene soziale, institutionelle und pädagogische Organisation von Lernen, sie schafft aber gleichzeitig die Grundlagen für die Entwicklung neuer Paradigmen für Lernorganisation.

Die Prototypen wurden zur Anwendung mit gängiger Hardware, Software und Kommunikationssystemen entwickelt. So können aus ihnen Produkte werden, die entscheidend zum Entstehen einer wichtigen Marktnische beitragen: maßgeschneiderte Lernsysteme, die auf die Bedürfnisse konkreter Ausbildungsaktivitäten zugeschnitten sind.

Auf die wachsende Nachfrage nach kosteneffektiveren Unterrichtslösungen reagieren

Es wurden einige Software Tools entwickelt, die die Erstellung und die Produktion multimedialer Unterrichtsmaterialien kostengünstiger gestalten. Zudem wurde ein sehr wirtschaftliches Verfahren entwickelt, mit dessen Hilfe Kursmodule wiederholt verwendet werden können. Für die Lehrenden gibt es darüber hinaus ein System, das es Ihnen ermöglicht, ihre Kurse aus dem vorhandenen Material selbst zusammenzustellen und benötigtes Lehrmaterial je nach Bedarf herzustellen.

Es gab einige Untersuchungen bezüglich der Kosteneffektivität im Bereich flexibles Lernen und Fernunterricht. Dies führte zu umfangreichen Erkenntnissen auf diesem Gebiet, aber auch zu der Einsicht, wie komplex die Aufgabenstellung der Messung der Kosteneffektivität in einer konkreten Anwendersphäre ist. Daher besteht ein großer Bedarf die Kosteneffektivität von technologiegestützten Ferunterrichts nachzuweisen.

Qualität verbessern, Standards definieren, den Markt verstehen und stimulieren

Dank dieses Programms ist es gelungen, die Möglichkeiten neuer Technologien in Bildung und Ausbildung stärker ins Bewußtsein zu bringen und die europäische Kooperation von Pionieren auf diesem Gebiet in den verschiedensten Organisationen und Disziplinen zu unterstützen. Die Projekte haben aufgezeigt, wie komplex die Themen sind, die es anzusprechen gilt, wenn man neue Technologien in den nach wie vor sehr traditionellen Bereich von Bildung und Ausbildung einführen will. Solch eine Innovation in einer Organisation zu verankern, erfordert das Zusammenspiel aller: der Geschäftsleitung, der DV Abteilung, der Personalabteilung, derjenigen die das Lehrmaterial entwickeln und den Lehrenden, die es zur Anwendung bringen. Aufgezeigt wurden außerdem die kulturellen, linguistischen, pädagogischen und organisatorischen Themen, die es im aufstrebenden aber sehr vielfältigen europäischen Markt für technologiegestützte Bildung und Ausbildung anzusprechen gilt.

Für Hardware, Sofware und Telematik in der Unterrichtstechnologie wurde ein System allgemeiner Standards erstellt. Dadurch verringert sich die Gefahr von einer Marktfragmentierung durch mangelnde Interoperabilität.

Eine Marktstudie belegte, daß sich der europaweite Markt für flexibles Lernen und Fernunterricht erst in jüngster Zeit stärker entwickelt, wobei einige europäische Länder in diesem Bereich weiter fortgeschritten sind als andere. Laut einer Untersuchung, die sich auf europäische Experten beruft, wird sich dieser Markt innerhalb der kommenden Dekade voll entfalten. In diesem Zeitraum wird die Nachfrage nach lebenslangem Lernen ständig ansteigen; diejenigen, die traditionell in Bildung und Ausbildung tätig sind, werden immer eher bereit sein, telematische Systeme in ihrer Arbeit zu verwenden; der Wettbewerb wird durch die Deregulierung der Telekom Märkte immer schärfer werden und somit zu neuen Preisstrukturen und der Entwicklung telematischer Infrastrukturen führen.

Die Bedeutung eines europaweiten Bildungs- und Lernsystems wurde besonders betont, es ist allerdings offensichtlich, daß die "Europäisierung" in diesem Bereich nicht sehr erfolgreich war. Die Märkte sind nach wie vor überwiegend lokal, regional oder national strukturiert - daher sollte man dem Markt für europäische Produkte und Dienstleistungen auf europäischer Ebene besondere Aufmerksamkeit schenken.

Während die Experten auf europäischer Ebene zusammenkommen und das Lehrmaterial gemeinsam erstellen können, erfolgt die Weitergabe an die Lernenden weiterhin hauptsächlich auf lokaler Ebene. Mit zunehmender Europäisierung von Bildung und Ausbildung werden auch die Kursanbieter sich immer mehr der Telematik bedienen, um eine optimale Verbreitung zu erzielen.

Viele Projekte haben betont, wie wichtig eine gute Schulung in der Anwendung telematischer Systeme für Lernende und alle anderen Anwender ist. Dieser Faktor war stark unterschätzt worden. Eine solche Schulung muß kulturelle Unterschiede berücksichtigen und die Lehrmaterialien den örtlichen Gegebenheiten anpassen.

Viertes Forschungsrahmenprogramm - die Zukunft liegt in großangelegten Anwenderversuchen

Nach wie vor wissen die wenigsten um die Bedeutung der Telematik für Bildung und Ausbildung, und viele sind skeptisch, was die erhofften positiven Auswirkungen betrifft. Es bedarf weiterer praktischer Beispiele und Nachweise auf einer breiteren Anwenderbasis, um dauerhafte Dienstleistungsnetzwerke für Bildung und Ausbildung zu etablieren. Es gibt einen großen Bedarf, die Telematik im Lern- und Ausbildungsbereich bekannter zu machen und damit einen entscheidenden Beitrag zu ihrer Verbreitung zu leisten. Das Vierte Forschungsrahmenprogramm wird sich eher auf Großversuche konzentrieren, als die Grundlagenforchung für die Entwicklung neuer Technologien zu unterstützen.

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